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beim Internetauftritt der Stadtschützenkompanie Major J. Ignaz Straub Hall in Tirol
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Vorwort

Liebe Marketenderinnen! Geschätzte Schützenkameraden! Werte Homepage-Besucher!

Heuer feiern wir Tiroler das Gedenkjahr 2009, die zweihundertste Wiederkehr des Tiroler Freiheitskampfes anno 1809!

Die meisten von uns bringen mit dieser Jahreszahl zwar den Andreas Hofer, die Berg Isel Schlachten, Schützen, Bayern und Franzosen, sowie die „Befreiung" Tirols, in Zusammenhang. Die wenigsten können aber damit etwas anfangen.

Die Frage: Was passierte anno 1809 eigentlich und - vor allem warum - ? bleibt meist unbeantwortet im Raum stehen.

Mit meinen Ausführungen möchte ich versuchen, euch einen kleinen, bescheidenen Einblick in diese Zeit und natürlich auch ein wenig in die Zeiten davor zu geben. Denn um die Ereignisse um 1809 zu verstehen, müssen wir noch ein Stück zurück gehen, Wenn auch nicht sehr weit, doch aber bis ins Jahr 1792. In dieser Zeit, genauer gesagt von 1792 bis 1805, fanden die 3 Koalitionskriege statt. Die Folge dieser Kriege und den damit verbundenen Übereinkünften der Herrscherhäuser war eine Neugestaltung der Landkarte Europas.

Und Tirol kam von Österreich zu Bayern!

Unsere eigentliche Geschichte fängt um 1809 an. Um aber diese nicht aus dem Kontext unserer Schützentradition und Geschichte zu reißen, muss ich auch hier ein wenig ausholen. Dabei werde ich versuchen, mich nicht zu sehr in Details zu verlieren, wie etwa in die Lebensläufe unserer Freiheitshelden, in Anekdoten, Mythen und Erzählungen. Nur wenn es zur näheren Erläuterung oder Erklärung behilflich ist, soll mir ein klein wenig „Abschweifung" verziehen werden.
Ansonsten werde ich versuchen, die Ereignisse chronologisch „aufzuarbeiten".

Mit diesen Ausführungen erhebe ich keinen Anspruch auf absolute, wissenschaftlich abgesicherte, lückenlose Geschichtsdarstellungen. Vielmehr möchte ich uns hiermit ein Stückchen näher an unsere Landesgeschichte, an unsere Schützentradition und an das Gedenkjahr 2009 bringen.

 

 

Michael Pletzenauer
Schriftführer der Stadtschützenkompanie 
Major Josef Ignaz Straub

 


Hall in Tirol, im Jänner 2009

 

 

 

 



Die Tiroler Schützen

 

1270

Schon um 1270 verfügte die damalige Grafschaft Tirol über einen - dem heutigen nicht unähnlichen - Landtag. Dies ermöglichte Meinhard II. aus dem Geschlecht der Grafen von Görz. Dieser Landtag setzte sich aus 4 Landständen, Adel, Klerus, Bürgern und Bauern zusammen. Bei wichtigen Entscheidungen des Landesfürsten musste diese Volksvertretung befragt werden.
Dass die Bauern als eigener Landstand vertreten war, wurde eben durch Meinhard II. ermöglicht, der schon zur damaligen Zeit in Tirol die Leibeigenschaft abgeschafft hatte.

Nur so war die damalige Form der Tiroler Landesverteidigung möglich: Dass bewaffnete Bauern neben regulären Soldaten (Söldnern) und dem Adel gemeinsam gegen den Feind kämpften. Bei aufrechter Leibeigenschaft, also unfreien Bauern, hätte sich kein Landesfürst oder Adeliger gewagt, diese zu bewaffnen.

 

 

1511

Kaiser Maximilian I. schuf gemeinsam und im Einvernehmen mit den Landständen am 23.6.1511 das Tiroler Landlibell. Hier wurde die Sonderstellung der Tiroler bezüglich ihres Verteidigungssystem verankert.
Die Verteidigungsmannschaft bestand aus zwei Gruppen:
*Dem Aufgebot, eingeteilt durch die Gerichte in einer Stärke von 5.000 bis 20.000 Mann - je nach Bedrohung!
*Dem Landsturm, der bei plötzlichem Einbruch des Feindes alle Wehrfähigen vom 18. bis zum 60. Lebensjahr aufzubieten hatte.

Das Tiroler Landlibell hatte bis ins 19. Jahrhundert seine Gültigkeit. Es besagte, dass die Tiroler Bevölkerung nur zur Verteidigung ihrer eigenen Grenzen verpflichtet war.
Kein Tiroler war verpflichtet, außerhalb der Tiroler Grenzen Kriegsdienst zu leisten!

Durch das Landlibell waren die Tiroler Gemeinden jetzt verpflichtet, Schützenkompanien aufzustellen. Diese wurden in Landesvierteln und Gerichtsbezirken aufgeteilt. Die Hauptmänner und Offiziere wurden von den Schützen gewählt.

Und - es herrschte Waffenfreiheit! Das bedeutete, dass jeder Tiroler - auch in Friedeszeiten - seine Waffe tragen durfte.

Doch mit dem Recht erwächst auch Pflicht: Durch ihre erworbenen Rechte und die Möglichkeit der politischen Mitbestimmung erwuchs den Tirolern natürlich auch die Pflicht, ihr Land und die Bevölkerung zu beschützen und zu verteidigen!

Somit könnte man die Schaffung des Tiroler Landlibells als Ursprung des Tiroler Schützenwesens bezeichnen!

Auf das Tiroler Schützenwesen werde ich nach meinen Ausführungen zu den Ereignissen um 1809 noch kurz eingehen.

Jetzt kommen wir aber zuerst zu einem Hauptereignis der gesamteuropäischen Geschichte: 
Der Französischen Revolution!

Keine Angst, dieses Ereignis streife ich wirklich nur ganz kurz, weil meiner Meinung nach gerade diese, wenn auch sehr blutige, Revolution vor allem in ganz Europa das moderne Demokratieverständnis entscheidend beeinflusst hat.

Mit der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte vom 26.8.1789 wurden auf dem europäischen Kontinent jene Prinzipien bekräftigt, die in der Unabhängigkeitserklärung der nordamerikanischen Kolonisten angelegt waren und die heutzutage von den Vereinten Nationen weltweit propagiert und eingefordert werden.

 

Die Proklamation der Menschenrechte

1792

Das revolutionäre Frankreich war den übrigen Herrschern in Europa natürlich ein Dorn im Auge. Die radikale Art, wie die Revolution den Adel entmachtete, Religion und Gottesgläubigkeit samt Respekt vor der Obrigkeit über Bord warf und dafür Gleichheit, Freiheit, und Brüderlichkeit propagiert wurden, erregten Angst und Abscheu.

Aufgrund dieser Spannungen, dem Machthunger und den Expansionsbestrebungen der verschiedenen Staaten kam es auch zu den so genannten Koalitionskriegen, auch Napoleonische Kriege genannt. (Abgesehen vom ersten.)

In den Jahren 1792, also kurz nach der franz. Revolution, bis 1805, kam es zu den ersten drei Koalitionskriegen. Für die Gegner Frankreichs setzte es aber nur Niederlagen. Aufgrund dieser verlorenen Schlachten und den damit verbundenen Friedensverträgen geschah das Unausweichliche! Tirol wurde an Bayern abgetreten. Und damit begannen die Ereignisse um 1809 ihren Lauf zu nehmen!

Nur der Vollständigkeitshalber:
Im nächsten Kapitel gehe ich - ganz kurz - auf die drei Koalitionskriege ein. Dem geschätzten Leser steht es natürlich frei, dieses Kapitel zu überspringen und sich gleich wieder nahtlos auf das nächste Kapitel, 1805, zu stürzen.

 

Erster Koalitionskrieg ( 1792 - 1797)

Mit der „Pillnitzer Deklaration" vom 27.8.1791 reagierten Leopold II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, und König Friedrich Wilhelm II. von Preußen auf die Situation in Frankreich im Sinne aller Souveräne Europas - Für das revolutionäre Frankreich ein Affront! Am 20.4.1792 erfolgte die Kriegerklärung gegen Franz II., dem Nachfolger Leopolds.
Daraufhin verbündete sich fast ganz Europa gegen Frankreich. Im Gegenzug reagierte Frankreich mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und konnte mit Glück oder auch Kriegsgeschick die Gegnermächte so nach und nach ausschalten. Der Friede von Campo Formio zwischen Frankreich und Österreich am 17.10.1797 beendete diesen Krieg.

 

Zweiter Koalitionskrieg (1799 - 1802)

Die zweite Koalition bestand aus Großbritannien, Russland, dem Osmanischem Reich, Portugal, Neapel, dem Kirchenstaat, und Österreich. Preußen blieb neutral. Während Napoleon in Ägypten gegen Briten und Osmanen kämpfte (Ägyptische Expetition), gewann die Koalition mehrere Schlachten in der Schweiz und Italien. Nach Unstimmigkeiten mit Österreich, zog sich Russland aus der Koalition zurück. Österreich stand bei den Schlachten von Marengo am 14.6.1800 und bei Hohenlinden am 3.12.1800 Frankreich alleine gegenüber und unterlag empfindlich. Auch die zweite Koalition scheiterte. Der Friede von Luneville zwischen Frankreich und Österreich beendete diesen Krieg.

 

 

Dritter Koalitionskrieg (1805)

Die dritte Koalition bildeten Großbritannien, Russland, Schweden und Österreich. Der dritte Krieg war der kürzeste und brachte Frankreich erstmals eine vernichtende Niederlage in einer Schlacht ein.
Am 17.10.1805 besiegte Napoleon die Österreicher, die in Bayern eingefallen waren.
Am 21.10.1805 schlug Admiral Nelson die französisch-spanische Flotte bei Trafalgar vernichtend. Damit bestätigte Großbritannien seine Vormachtstellung auf See.
Die Niederlage der österreich-russischen Armeen am 2.12.1805 in der „Dreikaiserschlacht" bei Austerlitz und der darauf folgende Friede von Pressburg beendete diesen Krieg.beendete Die Folge aus diesem Frieden für uns:
Tirol kam zu Bayern!

 

 

1805

Eine Zeit der Umbrüche kommt auf Tirol zu. Nichts würde so bleiben, wie es die stolzen Tiroler mit ihren besonderen Rechten und Privilegien gewohnt waren.
Das Land Tirol befand sich aufgrund seiner geographischen Lage immer wieder in der Stoßrichtung feindlicher Armeen und war somit für den Einfall durch feindliche Verbände prädestiniert. Soldaten aus dem kämpfenden Süden und Norden zogen durch Tirol und verbreiteten Angst und Schrecken. Sie zündeten Häuser und Dörfer an und machten auch nicht Halt vor der Erschießung von gefangenen Schützen, da sie diese nicht als reguläre Soldaten anerkannten. Seit 1797 kam es immer wieder zu Schlachten und Gefechten dies- und jenseits des Brenners, bei der die Tiroler Schützen auch immer wieder als Sieger hervorgingen. Aber kriegsentscheidend konnte das wehrhafte „Bauernvolk aus den Bergen" nicht eingreifen.
Aufgrund des Friedens von Pressburg wurde, wie bereits erwähnt, Tirol an Bayern vergeben. Napoleon wollte damit seine Dankbarkeit gegenüber Bayern ausdrücken.

Das nun von Napoleons Gnaden errichtete neue Königreich Bayern samt seiner gesamten Verwaltung gelang es nicht, den Tirolern ihre Anhänglichkeit an das Haus Habsburg und somit an Österreich, auszureden.

Verwaltungserneuerungen wurden in Tirol zunächst sehr schonend eingeführt, zumal alte Wirtschaftsverbindungen durch die neuen Grenzen unterbrochen worden waren. Auch erdrückte die neue Steuerlast das Land.

1808

Am 1.5.1808 trat im Königreich Bayern eine Verfassungsreform in Kraft. Diese sollte einen Einheitsstaat schaffen. Alle historischen Sonderrechte Tirols wurden aufgehoben, also auch das von Maximilian I. eingeführte Landlibell. Schon zuvor hatte die bayrische Regierung versucht, durch Verbote und Verordnungen den Einfluss der Kirche in Tirol zurückzudrängen. Es kam zu Klosteraufhebungen und Kirchensperren. Wertvolle Kirchengegenstände wurden nach München gebracht und/oder veräußert. Die Unterstellung des Klerus unter die bayrische Landeshoheit und die Ausweisung jener Geistliche, die sich nicht fügen wollten, darunter die Bischöfe von Trient und Chur, sowie vieler Ordensleute, erhitzte das Volk in besonderem Maße. In all diesen Veranlassungen sah das Tiroler Volk heidnisches Treiben, ausgehend von der französischen Revolution.
Tirol wurde in den bayrischen Einheitsstaat mit seinen Kreisen gezwungen. Das unter Österreich als gefürstete Grafschaft Tirol geführte eigenständige Land wurde ausgelöscht und verwaltungstechnisch in drei Teile geteilt: In den Inn-, Eisack- und Etschkreis. Der Name Tirol verschwand von der Landkarte. Die Tiroler Verfassung war schon vorher aufgehoben worden.

1809

Auf Druck Napoleons nach immer mehr Soldaten führte das Königreich Bayern zu Beginn des Jahres die Konskription oder Zwangsrekrutierung von Soldaten auf dem gesamten Staatsgebiet konsequent durch. Das traf die Tiroler besonders hart, denn aufgrund ihres althergebrachten Rechtes der freiwilligen Landesverteidigung, hatten sie sich unter österreichischer Herrschaft dieser Rekrutierung immer entziehen können.
Viele der betroffenen jungen Männer flohen in die Berge oder über die Grenze nach Österreich. Dort befanden sich auch schon sehr viele Tiroler, die aus politischen Gründen die Flucht angetreten hatten.
Inoffiziell nahm Wien mit konspirativen Kräften Gespräche auf. Andreas Hofer sprach im Jänner mit einer Delegation in der Wiener Hofburg bei Erzherzog Johann vor, zur Vorbereitung eines Aufstandes der Tiroler gegen Bayern.

Am 12. März 1809 kam es in Axams bei der Zwangsrekrutierung von jungen Tirolern zu schweren Zusammenstößen mit dem bayrischen Militär.

Am 9. April 1809 erklärt Österreich Napoleon und seinen Verbündeten den Krieg und marschiert in Bayern ein. Eine weitere, kleinere Truppe stößt über das Pustertal nach Tirol vor. Mittels einer Proklamation erklärt Erzherzog Johann die Wiederinbesitznahme von Tirol durch Österreich unter Kaiser Franz II. Das war das Startsignal für die Erhebung der Landbewohner. Von nun an schlugen sich die Tiroler mit den Bayern an vielerlei Orten.

Die bayrische Garnison von Innsbruck wird am 12. April 1809 überwältigt und General Kinkel mitsamt seiner Armee gefangen genommen. Die Aufständischen besetzen Innsbruck. Die zivile Regierungsgewalt übernimmt als Intendant Josef von Hormayr.
Nachdem die Österreicher von Napoleon aus Bayern zurückgedrängt worden waren, stößt im Unterland eine bayrisch-französische Armee über den Pass Strub nach Tirol durch. Am 11. Mai 1809 kommt es zu schweren Gefechten mit den Schützen.

Die reguläre österreichische Armee wird am 13. Mai 1809 bei Wörgl von den Eindringlingen geschlagen und zieht sich zurück.
Bei ihrem Vormarsch durch das Unterinntal brandschatzen die feindlichen Truppen zahlreiche Ortschaften. Am ärgsten trifft es die Silberstadt Schwaz. Diese wurde fast zur Gänze zerstört. Den Feuerschein konnte man sogar noch in Innsbruck wahrnehmen.
Am 19. Mai 1809 ziehen die feindlichen Truppen in Innsbruck ein. Der Widerstand ist aber keineswegs gebrochen, zumal sich insbesondere im Süden des Landes Schützenkompanien formieren und gegen Norden ziehen.

Napoleon erlitt am 21. und 22. Mai 1809 eine schwere militärische Niederlage bei Aspern. Aus Innsbruck zog Marschall Levebre nach Salzburg ab und ließ die Division Deroy in der Stärke von 6000 Mann, 500 Reitern und 12 Geschützen zurück.

Tiroler Landsturm

Die erste Berg Isel Schlacht

Vor den Toren von Innsbruck findet am 25. Mai 1809 die erste Berg Isel Schlacht statt. Die Besatzer versuchten, die in den Hügeln südlich der Stadt, am Berg Isel, verschanzten Schützen- und Landsturmeinheiten zurückzuschlagen. Den Ausgang der Schlacht könnte man als „Unentschieden" bezeichnen.

Die zweite Berg Isel Schlacht

Auch am 29. Mai 1809 gelang es den Franzosen und den Bayern nicht, die mutigen Tiroler unter dem Schützenkommandaten Andreas Hofer, dem Sandwirt aus dem Passeier, zu besiegen.
Noch in der selben Nacht schleicht sich die Division unter Deroy unbemerkt vom Kriegsschauplatz fort.
Angesichts der aussichtsvollen Lage nach dem Sieg der Österreicher in Aspern und den Erfolgen der Tiroler, versicherte der Kaiser seinen treuen Tirolern im Wolkersdorfer Handbilett, dass er „keinen Frieden eingehen werde, in dem Tirol von Österreich getrennt werde!"

Bei Wagram besiegt Napoleon am 12. Juli 1809 jedoch die Österreicher. Es folgt der Friede von Znaim, indem sich Kaiser Franz II. verpflichtet, alle Truppen aus Tirol abzuziehen.

Marschall Levebre zieht am 30. Juli 1809 erneut mit bayrischen und französischen Truppen in Innsbruck ein. Alle österreichischen Soldaten und Beamten, mit Intendant Hormayr verlassen fluchtartig das Land. Erst jetzt steigt Andreas Hofer zum Oberkommandanten der Tiroler Schützen auf.

Ab August 1809 versuchen die Besatzer, das Oberinntal und die südlichen Landesteile, sprich:Provinzen im heutigen Italien, in Besitz zu nehmen. Sie müssen aber schwere Niederlagen gegen die Tiroler an der Pontlatzer Brücke bei Prutz, in der Sachsenklemme südlich von Brixen und an der Lienzer Klause hinnehmen.

Die dritte Berg Isel Schlacht

Am 13. August 1809 steht Andreas Hofer ohne militärische Unterstützung mit seinen ca 15.000 Schützen am Berg Isel zum dritten Mal dem Feind gegenüber. Auf feindlicher Seite kämpften 16.000 Soldaten, davon 1200 Reiter. Weiters verfügte der Feind über 40 Geschütze. Die Kämpfe verliefen hitzig, jedoch ohne entscheidenden Erfolg auf beiden Seiten. Die völlig erschöpften Truppen unter Levebre verließen in der Nacht heimlich Innsbruck.
Am 15. August 1809 konnte Hofer feierlich in Innsbruck einziehen. Er nahm im Namen des Kaisers vorübergehend das Schicksal des Landes in die Hände. Aus der Innsbrucker Hofburg heraus kümmerte er sich um alle Belange des täglichen Lebens im Land, um die Grenzsicherung und um die Aufbringung finanzieller Mittel Weiters sorgte er für Ruhe, Ordnung und Sicherheit im Lande, hatte damit aber eher bescheidenen Erfolg. Er war sich bewusst, dass das Regieren nicht seine Sache war und so hielt er sich so gut es ging eher zurück.

Das Schicksal Tirols wurde aber wieder einmal woanders entschieden!
Im Frieden von Schönbrunn verzichtete der Kaiser entgegen seinen Versprechungen im Wolkersdorfer Handbilett auf Tirol.
Die Nachricht erreichte Tirol zuerst über feindliche Vermittlung. Ihr wurde kein Glauben geschenkt!
Indessen hat Napoleon sofort nach den Friedensverhandlungen befohlen, Tirol erneut zu besetzen. Diesmal stellte er ein Heer von 56.000 Mann zur Verfügung, das von Norden und Osten gegen das auf sich allein gestellt Land Tirol vorging.
Andreas Hofer, zunächst dem Frieden - indem Straflosigkeit zugesagt war - nicht abgeneigt, schwankte zwischen Unterwerfung und Gegenwehr hin und her. So wurde er zum leichten Spielball- einiger - fanatischer Gefährten. So entschloss er sich zum Weiterkämpfen.

 

Die vierte Berg Isel Schlacht

Am 1. November 1809 wurde am Berg Isel wiederum das Glück mit den Waffen gesucht. In dieser Schlacht, an der nur mehr wenige Schützenkompanien beteiligt waren, unterliegen die Tiroler klar.

Da jetzt alles verloren schien, gaben die Mehrzahl der Tiroler Schützenkommandanten, darunter auch Hofer, den Widerstand auf, baten den Oberbefehlshaber der einmarschierenden Truppen Eugen Beauharnais, Vizekönig von Italien und Stiefsohn Napoleons, der sich in Villach aufhielt, um Vergebung. Zugleich boten sie ihre Unterwerfung an. Als die Tiroler Boten mit positiver Nachricht aus Villach zurückkamen, war Hofer von seinen „radikalen Freunden" bereits wieder umgestimmt und bot am 12. November 1809 zum letzten Mal den Landsturm auf. Teilerfolge im Passeier und um Meran änderten nichts daran, dass jeglicher Widerstand zwecklos war.
Die Franzosen besetzten das Land und nahmen die Verfolgung der Anführer auf, die sich wegen des letzten Widerstandes schuldig gemacht hatten.

Andreas Hofer versteckte sich zunächst auf der Pfandler Alm in Südtirol, zusammen mit seinem Sohn, seiner Frau und dem Schreiber Kajetan Sweth. Hier wird er auch nach einem Verrat seines ehemaligen Weggefährten Raffl von den Franzosen festgenommen.

1810

Andreas Hofer wird nach Mantua gebracht, wo er am 20. Februar 1810 von französischen Soldaten standrechtlich, über direkten Befehl Napoleons, erschossen wird!

Seine mutige Haltung angesichts des Todes in Mantua ließen ihn zum Helden gegen jegliche Tyrannei aufsteigen!
Um seine Person wird sich in der Folge der Heldenmythos des Tiroler Freiheitskampfes entfalten!

Natürlich war es nun mit der sehr bewegten Geschichte Tirols nicht zu Ende!
Unmittelbar nach diesen Ereignissen wurde Tirol schon über Auftrag Napoleons in zwei Teile zerrissen. Wer hier Parallelen mit der jüngeren Vergangenheit sieht, fragt sich vielleicht, ob das Rad der Geschichte stehen geblieben ist?
Erst 1814 kam Tirol wieder zum Kaiserreich Österreich, wo sich seine wechselvolle Geschichte weiter fortsetzen soll.

Die geschichtliche Betrachtung rund um 1809 möchte ich an dieser Stelle beenden.

Um die Betrachtungen vollständig zu machen, bedürfte es eines Vielfachen des hier eingeräumten Platzes. Alleine eine Beschreibung der einzelnen Freiheitskämpfer wie eben Hofer, Speckbacher, Straub, Haspinger, Teimer, usw wäre eine hochinteressante, lohnende Aufgabe. Aber über all diese Helden gibt es ausreichend Literatur. Hier sei nur auf die verfassten Bücher unseres Ehrenoberleutnants RegRat Ing. Walter Maier über Speckbacher und Straub hingewiesen.
Gerade im heurigen Jubiläumsjahr erschienen und erscheinen sehr interessante neue Bücher über die bewegte Landesgeschichte und ihre Protagonisten.

Nur zum Thema Andreas Hofer seien mir einige persönliche Bemerkungen erlaubt:

Wenn man mich zum Thema Hofer fragt, so fällt es mir schwer, einen Anfang meiner Ausführungen zu finden. Zuviele Klischees werden mit Hofer in Zusammenhang gebracht. Freiheitskämpfer, Kriegsheld, Schützenhauptmann, Oberkommandant, Trunkenbold, Religionsfanatiker und in neuerer Zeit - von einem gewählten Tiroler Politiker - wird er auch mit einem Taliban, also mit einem fanatischen Terroristen, verglichen!
Terrorist oder Kriegsheld war er für mich definitiv nicht. Ob man seine damalige Einstellung zur Religion und zu den damals geltenden Werten als fanatisch oder verbohrt ansehen kann oder will - ich weiß es nicht! In den vielen Büchern über ihn und seine Zeit, die ich gelesen habe, wird sein Bild sehr zwiespältig dargestellt. Er mag sicher zu den „gebildeten" Leuten gezählt haben, er konnte ja lesen und schreiben, hatte aber mit der Grammatik wirkliche Probleme. Trotzdem kamen seine Botschaften in verständlicher Weise bei denen an, für die sie bestimmt waren. War er Alkoholiker? Auch diese Frage ist aus heutiger Sicht nicht zu beantworten. Dass er - wie viele zur damaligen Zeit - einem guten „Rötel" nicht abgeneigt war, ist bekannt. Ich könnte ihm das nicht vorwerfen.
War er wankelmütig? Hofer war vielleicht nicht sehr entscheidungsfreudig. Auch fällte er, wie jeder andere auch, falsche Entscheidungen. Auch ließ er sich sicher von seinen Gefährten beeinflussen.
Aber ich sehe ihn als Oberkommandanten in der Schlacht und als Führer des gesamten Landes, das er ja auch seine Zeit regiert hatte. Dies alles freiwillig und ohne auf seinen eigenen Vorteil zu achten. Selbstlos nennt man das heutzutage. Seine Ehe und vor allem seine Existenz litten furchtbar unter seiner Tätigkeit für unser Tirol!
Und er stand zu seinen Werten! Mit allen Konsequenzen, ging dafür sogar in den Tod! 
Er war und ist noch immer Vorbild für viele Menschen, nicht nur Tiroler!
So finde ich, hat Andreas Hofer ein ehrendes Andenken als Kämpfer für seine Werte und unser Land Tirol verdient!

 

Zu allerletzt möchte ich mein Versprechen von Seite 4 einhalten und kurz über die Geschichte der Tiroler Schützen schreiben:

Die Entstehung durch das Landlibell habe ich schon beschrieben. Kaiser Maximilian war ein großer Förderer der Tiroler Schützen. Während seiner Herrschaft wurden unzählige Schießstätten eingerichtet. Schon sehr früh gab es Veranstaltungen wehrfähiger Männer zum Zweck der Schießausbildung.

In der Zuzugsordnung Kaiser Leopolds I. von 1704 fasste man die Scheiben- und Scharfschützen zum ersten Mal zu einem 16 Kompanien starken Regiment zusammen. Eine eigene Schießordnung wurde bereits 1738 erlassen.

1813 wurde das Tiroler Jägerkorps aufgestellt, aus dem 1815 das Kaiserjägerregiment hervorging. Daneben musste das Land Tirol nach dem Landlibell bei Gefahr bis zu 20.000 Mann als Miliz aufbringen, die als Landesschützen oder Schützen bezeichnet wurden.

In den Kriegen Österreichs gegen Italien 1848 und 1866 wurden auch die Tiroler Landesschützen- und Scharfschützenkompanien aufgeboten. Im ersten Weltkrieg wurden die Schützen erst nach dem Kriegseintritt Italiens an der Südfront eingesetzt.

Mit dem Ende des ersten Weltkrieges und dem Untergang der Monarchie ging die Aufgabe der Landesverteidigung für die Schützen zu Ende. Die Tiroler Schützen blieben aber als nichtstaatliche Schützenvereinigungen bestehen.
Im von Italien annektierten Südtirol kam es 1922 zum Verbot der Schützenkompanien.
Bei uns im nördlichen Teil Tirols wurde das Schützenwesen unter der nationalsozialistischen Herrschaft verboten.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden um 1946/47 im Großraum in und um Innsbruck, dann besonders im Oberinntal, im Wipp- und Stubaital wieder einige Schützenkompanien gebildet. Aber leider wurden von den amerikanischen Besatzungssoldaten viele Gewehre beschlagnahmt und etliche Trachten und Fahnen zerstört.
Nach der Übernahme Tirols durch die französischen Besatzungsmächte kam es am 20. April 1950 zur Gründung des „Bundes der Tiroler Schützenkompanien".

Der „Südtiroler Schützenbund SSB" besteht seit 1958. Nach dem aufflammenden Kampf um die Südtiroler Autonomie im Jahre 1961 kam es, durch ein staatliches Verbot, zum fast vollständigen Erliegen der Tätigkeit des SSB. 1968 konnte der SSB seine Tätigkeit wieder aufnehmen.
Der Welschtiroler Schützenbund entstand 1982/83 wieder.
Seit 2000 dürfen die Südtiroler Schützen auch wieder mit historischen Waffen ausrücken.

Unser Traditionsschützenwesen gliedert sich in die Viertel Oberland, Tirol-Mitte, Unterland und Osttirol. Jedes dieser Viertel umfasst mehrere Bataillone, insgesamt 26, denen jeweils etliche Kompanien untergeordnet sind.

Die Tiroler Schützenkompanien verstehen sich heute hauptsächlich als Vereinigung zur Traditionspflege, der Vermittlung von Werten und der (geistigen) Verteidigung der Tiroler Landesinteressen!